Festival der Regionen 2003
Die Kunst der Feindschaft

27. Juni - 05. Juli 2003
Entlang der B1 - von Vöcklabruck bis Linz, Oberösterreich

Von 27. Juni bis 5. Juli mutiert Oberösterreichs Wirtschafts- und Industriegürtel zwischen Vöcklabruck und Linz zur Festivalregion. Das Festival der Regionen rückt das Austragen von Feindschaften in den Blickpunkt des Interesses. Die Konstruktion von Feindbildern, Streit, Kampf, Hass in Kultur und Gesellschaft – aber auch die Strategien zu ihrer Überwindung sind in den mehr als zwanzig Projekten verankert. Kunst der Feindschaft findet dabei auf verschiedenste Art und Weise statt: Der Kunst der genauen Beobachtung und Analyse von Feindschaften stehen das kunstvoll verfeinerte Austragen von Feindschaften, aber auch destruktiv-nihilistische künstlerische Extrempositionen gegenüber.

Von 27. Juni bis 5. Juli mutiert Oberösterreichs Wirtschafts- und Industriegürtel zwischen Vöcklabruck und Linz zur Festivalregion. Das Festival der Regionen rückt das Austragen von Feindschaften in den Blickpunkt des Interesses. Die Konstruktion von Feindbildern, Streit, Kampf, Hass in Kultur und Gesellschaft – aber auch die Strategien zu ihrer Überwindung sind in den mehr als zwanzig Projekten verankert. Kunst der Feindschaft findet dabei auf verschiedenste Art und Weise statt: Der Kunst der genauen Beobachtung und Analyse von Feindschaften stehen das kunstvoll verfeinerte Austragen von Feindschaften, aber auch destruktiv-nihilistische künstlerische Extrempositionen gegenüber.

Website FESTIVAL DER REGIONEN 2003

Festivalleitung: Ferry Öllinger, Geschäftsführung: Uli Böker
Vorstand:Uli Böker, Franz Fend, Claudia Hutterer, Ferry Öllinger, Karin Rumpfhuber, Doris Weichselbaumer, Rainer Zendron

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Anwachsen

Einer der letzten erhaltenen Kohlebrecher Österreichs, unwillkommenes Symbol fuer den wirtschaftlichen Niedergang einer Region, wird ins rechte Licht gesetzt. Mit einer Installation schaffen die Projektträger neues Bewusstsein für das historische Bauwerk. Eine eigenwillige Struktur aus buntem Kunststoff überwuchert das Betonskelett des Kohlebrechers. Eine akustische Umsetzung mit weiten, dunklen Klanglandschaften des Wiener Elektronikmusiker Hons ergänzt die Installation.

v.o.n. Karawane

Karawanen und Fahrendes Volk waren für Herrschende seit jeher ein Quell der Unsicherheit und des Argwohns. Verfügten sie doch häufig über Informationen, die man den eigenen Untertanen gerne vorenthalten hätte und gaben sie an die gehorsamen Untertanen weiter. Die v.o.n. Karawane, die von 27. Juni bis 4. Juli mit acht Kamelen und 20 Personen von Wolfsegg über Bachmanning, Lambach, Wels und Rutzing nach Linz-Süd quer durch Oberösterreich zieht, steht in dieser aufklärerenden Tradition und kratzt an gegenwärtigen Herrschaftstrukturen und Mythen.

European Corrections Corporation

Martin Krenn und Oliver Ressler untersuchen das Phänomen der voranschreitenden Privatisierung des Gefängnisses. Mit ihrer Container-Installation in der Welser Innenstadt stellen sie die Einrichtung gewinnbringender Haftproduktionsanstalten, in welchen Gefangene zu Niedrigstlöhnen arbeiten müssen, in Frage. Auf der Außenwand des Containers stellt eine Grafik die mögliche Übernahme und den Umbau der Justizanstalt Wels durch den fiktiven privaten Konzern European Corrections Corporation (EUCC) dar. Im Inneren zeigt eine Videoinstallation ein Interview mit einem Aktivisten, der acht Jahre lang in mehreren privatisierten Gefängnissen in Großbritannien konsequent die Arbeit verweigerte.

Koran trifft Bibel

Christliche und islamische Gemeinden in Linz und Wels schenken einander Gastfreundschaft und öffnen ihre Gotteshäuser. Sie besuchen einander und gestalten gemeinsam die Feier des christlichen Gottesdienstes in der Kirche bzw. das Freitagabend-Gebet in der Moschee. Vor den religiösen Feiern gibt es jeweils eine Moschee- bzw. eine Kirchenführung. Eigene Kinderprogramme bzw. Kinderfeste lassen die interreligiöse und interkulturelle Begegnung auch für die Kleinen zu einem spannenden Erlebnis werden.“

Engstirnigkeiten

Ehe der Kampf um die oberösterreichischen Landtags- und die Linzer Gemeinderatswahlen im Herbst beginnt, borgt sich der Künstler Puntigam Dreieckständer, um ausgewählte Zonen der Linzer Innenstadt mit Plakaten vollzustopfen, sodass die wabenförmig dicht aneinander gereihten Plakatflächen zu regelrechten Straßensperren werden und die Wahrnehmung von Details unmöglich machen. Die Informationen auf den einzelnen Ständern löschen sich nahezu aus.

interventionen

interventionen dreht sich um das Konstruieren und Dekonstruieren von (Gruppen-)Identitäten durch subtile Verbalaggressionen und die subversive Beeinflussung der Gedanken anderer. Im Wartebereich von fünf Bahnhöfen werden zwei kleine Lautsprecher unsichtbar installiert. Die Wartenden sind permanent einer Art Selbstgespräch ausgesetzt, das Verhalten und Aussehen anderer kommentiert, karikiert und kritisiert und dabei kein Klischee auslässt.

Elf Seelen für einen Ochsen

Tina Leisch, Textarbeiterin und Theatermacherin, hat sich durch die Akten, die die Geschichte der PartisanInnen aus Persmanhofes erzählen, gearbeitet und das Theaterstück Elf Seelen für einen Ochsen – Enajst dus za enega vola geschaffen. Es montiert Zeugeneinvernahmen und Beschuldigtenverhöre mit kurzen Szenen aus dem Alltag im Kärntner zweisprachigen PartisanInnengebiet zum großen Fragezeichen nach dem Umgang mit der NS-Geschichte.

noborderLAB – another war is possible

Das VolxTheater fährt einen Autobus, der als mobiles Modul neben Büro, Radiosendestation, Internetserver, Audio- und Video- Schnittstelle, Archiv mit umfangreicher Video-, Info-, und Bibliothek, Blackboxkino und Chill-out-zone auch eine Cocktailbar mir kleiner Tanzfläche beherbergt und transportiert. Das Modul funktioniert und verknüpft sich als Knotenpunkt im Festivalnetzwerk mit anderen mobilen, immobilen und virtuellen Projekten und präsentiert sich als Installation im öffentlichen Raum. In einer breit angelegten Ausstellung gibt es die Möglichkeit mehr über die Geschichte und Aktionen sowie die Arbeitsweise des VolxTheaters zu erfahren.

Hugo von Hofmannsthal: Elektra

Rainer Stephan hat, gemeinsam mit sieben SchauspielerInnen, die Idee des fahrenden Theaters wiederbelebt. Statt des Pferdewagens ist ein Lkw-Anhänger die Bühne, auf der vom 29. Juni bis zum 3.Juli in fünf Orten Oberösterreichs ein Drama aufgeführt wird, das wie fürs heurige Festivalmotto „Kunst der Feindschaft“ geschrieben wirkt, obwohl es vor genau 100 Jahren uraufgeführt wurde: Hugo von Hofmannsthals „Elektra“.

Mein Lieblingsfeind

Die AutorInnen Karin Fleischanderl, Franzobel, Jan Koneffke, Robert Schindel, Franz Schuh und Marlene Streeruwitz porträtieren im Rahmen des Festival der Regionen ihren jeweiligen Lieblingsfeind: schwarz auf weiß nachzulesen im Wespennest Nummer 131 – und zu erleben bei einer literarisch-musikalisch-kulinarischen Matinee in der Hofbühne Tegernbach.

FeindSender #6

Die Kunst der Feindschaft wird auch im Freien Linzer Stadtradio FRO 105.0 ausgiebig gepflogen, das zum Festival der Regionen den FeinDsendeR #6 betreibt. Die FROzine, das akustische Infomagazin von Radio FRO, geht bereits seit Ende Mai den künstlerischen und gesellschaftspolitischen Hintergründen einzelner Festivalprojekte nach. Woche für Woche kommen bis zum Festivalbeginn – von Montag bis […]

Vortragsreihe „Die Kunst der Feindschaft“

Das Festival der Regionen hat begonnen – mit einer fünfteiligen Vortragsreihe zum Festivalthema „Die Kunst der Feindschaft“. Statt zu einem einzigen Symposium lud das Festival in Zusammenarbeit mit dem Bildungszentrum Maximilianhaus, Bildungshaus Schloss Puchberg, Stadtbibliothek Linz und Volkshochschule Linz zu fünf Vorträgen. Ein Soziologe, ein Non-Profit-Manager, ein Sozialpsychologe, eine Sozialwissenschafterin und eine Politologin – so […]