RUF GEGEN DIE GRENZE

Barbara Holub und Paul Rajakovics (transparadiso) betrachten die fließende Grenze inmitten der Donau zwischen Ober- und Niederösterreich als eine Möglichkeit zur „Überwindung“ von Grenzen. Fragen nach symbolischen oder gesellschaftlichen Grenzen, Ausgrenzungen, Abgrenzungen, Eingrenzungen und das Potenzial des Überwindens von Grenzen standen im Mittelpunkt mehrerer Workshops mit Bewohner_innen, Musiker_innen, Schriftsteller_innen, Sänger_innen, Alltagsperformer_innen, Grenz-Interessierten. Hier wurden Beiträge als Grundlage für Dialoge gesammelt, die in der Folge in ein experimentelles Text-/Musikstück transformiert wurden. Dieser „Ruf gegen die Grenze“ wird über zwei spezielle großformatige Megaphon-Objekte zwischen den gegenüberliegenden Donauufern über die Landesgrenze hinweg aufgeführt.

Barbara Holub und Paul Rajakovics (transparadiso) betrachten die Grenze zwischen Ober- und Niederösterreich als Testfeld zur „Überwindung“ von Grenzen. Grenzen sollen dabei nicht wegdiskutiert, sondern vielmehr in ihren vielfältigen Erscheinungsformen (auch im Denken und Handeln) thematisiert werden. Fragen nach symbolischen oder gesellschaftlichen Grenzen, Ausgrenzungen, Abgrenzungen, Eingrenzungen und das Potenzial des Überwindens von Grenzen standen auch im Mittelpunkt mehrerer Workshops mit Bewohner_innen, Musiker_innen, Schriftsteller_innen, Sänger_innen, Alltagsperformer_innen, Grenz-Interessierten. Hier wurden Texte und Beiträge als Grundlage für Dialoge gesammelt, die in der Folge in ein literarisches/poetisches/fiktionales/experimentelles Text-/Musikstück transformiert wurden. Dieser „Ruf gegen die Grenze“ wird über zwei spezielle großformatige Megaphon-Objekte zwischen den gegenüberliegenden Donauufern über die Landesgrenze hinweg aufgeführt.

Eine Grenze wie jene zwischen OÖ und NÖ erscheint auf den ersten Blick harmlos und unbedeutend. Die unterschiedlichen Gesetzeslagen produzieren jedoch immer wieder auch im Alltag der Bewohner_innen gewisse Absurditäten, die transparadiso zum Ausgangspunkt nimmt, sich näher mit physischen, tatsächlichen, vorgestellten oder entgrenzten Grenzen zu befassen.

Eine Grenze definiert Identitäten und Differenzen. Eine (geographische) Grenze wird vielfach zum Symbol von Differenz erklärt, um Ausgrenzungen erst zu argumentieren. Grenzen dienen mittlerweile nicht nur rechtsextremen, sondern auch rechtskonservativen Parteien dazu, Ängste zu schüren. Diese Ausgrenzungen sind seit einiger Zeit in großen Teilen unserer Gesellschaft wieder salonfähig geworden und lassen uns erschrecken ob ihrer „sozialen Kälte“.
Da die Grenze einiger Orte des Festivals der Regionen eine flüssige ist (sie verläuft mitten in der Donau), ist diese nicht-fassbare/nicht genau lokalisierbare Grenze eine spannende Ausgangsposition für die Betrachtung einer möglichen Auflösung von Grenzen.
Mit „Ruf gegen die Grenze“ schafft transparadiso eine öffentliche Performance, die die Stimmen der Bevölkerung und deren Anliegen sowie auch mögliche kontroversielle Haltungen erklingen lässt. Die Kultur des Dialogs – über ideologische und persönliche Grenzen und Interessen hinweg – zu pflegen, die auch eine neue Aufmerksamkeit auf das Zuhören legt, ist für transparadiso in Zeiten wachsender emotionaler und sozialer Kälte wesentlich, um neue Qualitäten des Zusammenlebens für die Gemeinschaft – jenseits von persönlichen Interessen – zu etablieren.

„Ruf gegen die Grenze“ knüpft formal an „Times of Dilemma“ an, das transparadiso für die Kulturhauptstadt Valletta 2018 im Rahmen von „The Island is What the Sea Surrounds“ (kuratiert von Maren Richter) aufgeführt hat.

Künstler_innen

transparadiso wurde 1999 von Barbara Holub und Paul Rajakovics als transdisziplinäre Praxis zwischen Kunst, künstlerisch-urbaner Intervention, Urbanismus und Architektur gegründet. transparadiso befasst sich intensiv mit der Frage, welche Rolle Kunst und künstlerische Interventionen für aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen spielen kann. 2018 erhielt transparadiso den Österreichischen Kunstpreis.

 

RUF GEGEN DIE GRENZE basiert auf Beiträgen von: Anna Maria Brandstätter, Franz Edlinger, Peter Gstöttmaier, Ewa Hanushevsky, Bohdan Hanushevsky, Sarah Kamleitner, Reinhard Leonhartsberger, Eckhard Oberklammer, Pelin Ovat, Ted Pawloff, Lothar Pühringer, Nikolaus Prinz, Andrea Taspinarli, Hubert Tazreiter, Markus Teufel, Volksschule St.Nikola: SchülerInnen der 3.und 4. Klasse, Roland Wegerer

PerformerInnen: Ewa Hanushevsky, Bohdan Hanushevsky, Andrea Taspinarli, u.a.

DANK an: Katrina Petter (KÖR NÖ), Christine Bruckbauer, Walter Edtbauer (Lebenshilfe Grein) , Brigitte Greisinger (Direktorin Volksschule St.Nikola), Lothar Pühringer (Kulturstadtrat Grein), Nikolaus Prinz (Bgm. St.Nikola), Franz Kriener (Bgm. Neustadtl), Johannes Pressl (Bgm. Ardagger)

Sujet: transparadiso

 

 

 

 

Termine

  • Sa, 29.06 | 17:00 - 18:00

    RUF GEGEN DIE GRENZE

    Donaulände Grein Donaulände
    4360 Grein
  • Fr, 05.07 | 18:30 - 19:30

    RUF GEGEN DIE GRENZE

    Kirche St. Nikola / Donau St. Nikola 15
    4381 St. Nikola an der Donau
  • So, 07.07 | 16:30 - 17:30

    RUF GEGEN DIE GRENZE

    Schotterbank Poschacherstraße Mauthausen Poschacherstraße
    4310 Mauthausen