Code of Conduct Festival der Regionen:
Hintergrund und Selbstverständnis
Das Festival der Regionen ist eines der profiliertesten Festivals für zeitgenössische Kunst und Kultur in Österreich. Seit 1993 versteht sich das Festival der Regionen als „Zusammenspannwerk“ von künstlerischer Avantgarde, aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen und Themen der oberösterreichischen Peripherie. Alle zwei Jahre lädt es eine Region außerhalb der Ballungsräume zum kritischen Dialog ein. Eine vielstimmige, manchmal widersprüchliche, aber stets lebendige künstlerische Auseinandersetzung über Gegenwart und Zukunft im ländlichen Raum. Ein zeitgenössisches Kunstfestival, das stark auf die Kooperation mit Initiativen und Communities vor Ort setzt: Eine Aufforderung zum Mitmachen, Mitgestalten, Mittanzen und Mitfeiern.
Kunstfestivals sind temporäre, projektbasierte Arbeitszusammenhänge mit komplexen Hierarchien, diversen, internationalen Teams, hohem Zeitdruck und oftmals prekären Beschäftigungsverhältnissen. Künstlerische und organisatorische Leitungen, Kuratorinnen, Produktionsleitungen und eingeladene Künstlerinnen verfügen über strukturelle Macht gegenüber Nachwuchskünstler*innen, Assistenzen, Volunteers sowie freien und ehrenamtlichen Mitarbeitenden.
Während der Festivalzeit werden viele verschiedene Orte bespielt und von unterschiedlichem Publikum besucht. Diese Konstellationen bergen ein erhöhtes Risiko für Machtmissbrauch und Ausnutzung von Abhängigkeitsverhältnissen, sexualisierte Grenzverletzungen, Diskriminierung und Mobbing, informelle Drucksituationen im Auswahl- und Produktionsprozess, wie auch Übergriffen jeglicher Art.
Als öffentlich gefördertes Festival verstehen wir uns als verantwortliche Institution, die sichere Arbeitsbedingungen, Transparenz und Schutzstrukturen gewährleistet.
Das Festival der Regionen versteht sich als sicherer, respektvoller und diskriminierungssensibler Raum. Wir tolerieren: keinen Machtmissbrauch, keine sexualisierte Gewalt, keine Diskriminierung und keine Form von Übergriffigkeit.
Das Festival der Regionen agiert inklusiv, integrativ, multiperspektivisch und divers. Wir bekennen uns zum Prinzip der größtmöglichen künstlerischen Freiheit. Künstlerische Freiheit endet dort, wo Grenzen verletzt werden.
Der Verein Festival der Regionen bekennt sich zum Fairness Codex für Kunst und Kultur in Österreich. Die verantwortlichen Organe des Vereins – Vorstand und Geschäftsführung – bekennen sich zu einer Kultur des Hinsehens und der Verantwortung und verpflichten sich, auf allen Ebenen und in allen Bereichen der Tätigkeiten des Vereins jene Rahmenbedingungen, Strukturen und Voraussetzungen zu schaffen, die Prävention, Schutz und Handlungssicherheit ermöglichen.
Präventionsbeauftragte
Ulla Steyrleuthner (Leitung Vermittlung)
E-Mail: steyrleuthner@fdr.at
Anonymer Hinweisgeber*innen Kanal
www.machtmissbrauch.help
Code of Conduct Festival der Regionen
Gilt für Mitarbeitende, Künstlerinnen, Ehrenamtliche, Partnerinnen und Publikum
Präambel
Das Festival der Regionen versteht sich als sicherer, respektvoller und diskriminierungssensibler Raum. Wir tolerieren keinen Machtmissbrauch, keine sexualisierte Gewalt, keine Diskriminierung und keine Form von Übergriffigkeit. Künstlerische Freiheit endet dort, wo Grenzen verletzt werden. Dieser Code of Conduct gilt für alle Personen, die im Rahmen des Festivals arbeiten, auftreten oder daran teilnehmen.
Definition von Machtmissbrauch
Machtmissbrauch liegt vor, wenn eine Person ihre formelle oder informelle Machtposition nutzt, um eigene Interessen auf Kosten anderer durchzusetzen und dabei Abhängigkeitsverhältnisse, Hierarchien oder strukturelle Ungleichheiten ausnutzt.
Dabei ist nicht entscheidend, ob die Handlung ausdrücklich befohlen wird – bereits subtiler Druck oder implizite Erwartungen können Machtmissbrauch darstellen.
Unsere Grundsätze
Wir verpflichten uns zu respektvollem, professionellem Umgang, Transparenz in Entscheidungsprozessen, Achtsamkeit gegenüber Macht- und Abhängigkeitsverhältnissen und Schutz besonders vulnerabler Personen Wir stellen uns klar gegen sexuelle Belästigung oder Übergriffe, unerwünschte körperliche Berührungen, grenzüberschreitende Kommentare (sexualisiert, rassistisch, sexistisch, ableistisch, queerfeindlich etc.), Einschüchterung, Demütigung oder psychischer Druck, Ausnutzung von Abhängigkeitsverhältnissen, Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, Herkunft, Hautfarbe, Religion, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung oder sozialem Status. Auch bei Happenings, Eröffnungen, Partys oder informellen Treffen gelten die gleichen Regeln wie im Arbeitskontext. Alkohol oder Nachtarbeit rechtfertigen keine Grenzverletzungen.
Beschwerdewege
Betroffene oder Zeug*innen können sich bei Veranstaltungen an das Awareness-Team vor Ort wenden, an die Awareness-Beauftragte Person des Festivals (www.fdr.at)
Sie können sich auch über die anonyme digitale Meldestelle beschweren. Diese ist aktuell in Arbeit. Alle Meldungen werden vertraulich behandelt.
Konsequenzen bei Verstößen
Mit der Teilnahme an Veranstaltungen des Festivals der Regionen stimme ich
dem Code of Conduct in seiner aktuellen Form als Teilnahmebedingung zu.
Je nach Schwere des Vorfalls forcieren wir ein Klärungsgespräch, eine schriftliche Verwarnung, den Ausschluss von Veranstaltungen, eine Vertragsauflösung, ein Hausverbot und ggf. strafrechtliche Schritte.
Linz, März 2027.