Startseite

Festival der Regionen 2023

Ausschreibung: Höchste Eisenbahn

Das nächste Festival der Regionen findet von 23. Juni bis 2. Juli 2023 in der Region entlang der Summerauerbahn statt. Unter dem Motto Höchste Eisenbahn stehen aktuelle Zukunftsfragen im Fokus der künstlerischen Auseinandersetzung. Von der Klimakatastrophe bis zum gesellschaftlichen Miteinander. Als geographischer und inhaltlicher Ausgangspunkt des kommenden Festivals der Regionen dient die Bahnstrecke Summerauerbahn.

Die Wegstrecke als Metapher
Die Bahnlinie, stellvertretend für eine Region, steht in der Festivalausgabe 2023 metaphorisch für eine Reihe an Herausforderungen. Vom öffentlichen und individuellen Verkehr, dem Umgang mit Ressourcen bis zu den Grenzen in den Köpfen.
Eine Metapher für das Durchkreuzen, Gestalten und Formen von Landschaft und Gesellschaft. Für das Überwinden von Distanzen. Für Orte der Begegnung und des Dialogs zwischen den Regionen, Kulturen und Generationen. Für das Aufbrechen und Hintersichlassen. Das Dableiben und Fortfahren. Für Übergänge. Für Entschleunigung. Für Halten und Weiterfahren. Für etwas, das allen gehört. Und alle betrifft. Für eine gemeinsame Ressource. 


Der Zug ist noch nicht abgefahren
Aber es ist höchste Zeit, die Weichen neu zu stellen. Und höchste Eisenbahn, dass sich etwas ändert. Dass wir mehr miteinander reden. Wieder zusammenkommen. An der Zukunft arbeiten. Barrieren abbauen. Offener werden für Gegensätze und Widersprüche und unkonventionelle Herangehensweisen. Höchste Eisenbahn, Anderes zuzulassen.


Die Region entlang der Summerauerbahn
Der Aktionsraum des Festivals 2023 ist die Region entlang der Summerauerbahn. 
Vom Stadtraum Linz, durchs Mühlviertel über die Grenze nach Tschechien Richtung České Budějovice und weiter… Eine mäandernde Wegstrecke als verbindendes Element von Stadt und Land. 


Der Blick aus dem Zugfenster
Wer aus dem Zugfenster schaut, durchquert eine sich von Station zu Station verändernde Landschaft. Vom Hauptbahnhof in Linz bis zum ersten Halt im Franckviertel, eingezwängt zwischen Industriehafen, Bundesstraße und dem Areal der voestalpine. Eine schmucklose Ein- und Ausstiegsstelle für Pendler*innen. Über die alte Donaubrücke weiter nach Steyregg und Pulgarn. Der Speckgürtel von Linz. Bis St. Georgen a.d. Gusen links und rechts die immer dichter bebauten Wohn- und Gewerbeflächen. Der Ballungsraum, befeuert durch den Ausbau von Autobahn, Bundes- und Schnellstraßen, dehnt sich in alle Richtungen. Längst existiert eine Gegenbewegung zur Landflucht.
Auf den Straßen staut sich der Verkehr. In der Summerauerbahn wäre Platz genug! Nach St. Georgen das enge Gusental bis Lungitz. Unbebaute Natur. Dann die weiten Ebenen, Wiesen und Felder, bis Katsdorf, Wartberg und Schloss-Haus – mit Bahnhöfen und Haltestellen am Rand oder weit abseits der Orte. Von Pregarten, über Kefermarkt an der Feldaist bis Lasberg.
Nach etwa einer Stunde Fahrt: Der Bahnhof in Freistadt, zu Fuß 45 Minuten von der Stadt entfernt.
Es geht das Gerücht, die Freistädter Fuhrwerksbesitzer hätten vor 150 Jahren eine bessere Anbindung verhindert. Schließlich Summerau und der Blick über die Grenze nach Horní Dvořiště in Tschechien.


Region mit einer besonderen kulturellen Dichte
Das Mühlviertel und die Region entlang der Summerauerbahn im Besonderen ist eine Gegend mit zahlreichen kulturellen Initiativen. Zum Teil mit mehr als 30-jähriger Geschichte (Local-Bühne Freistadt, Heimatfilmfestival Freistadt).
Vereine, die mit viel Engagement Strukturen, Häuser, Netzwerke, ein Publikum aufgebaut haben. Aber auch zarte und vielversprechende Pflänzchen in der Kulturlandschaft, die noch im Entstehen sind.
Diese besondere kulturelle Dichte ist der Humus für ein Festival, das wieder stärker auf regionale Beteiligung setzt und sich als Impulsgeber*in versteht.
Oder wie es vor 30 Jahren die Gründergeneration des Festivals formuliert hat: Ein Festival nicht als “Leistungsschau des Bestehenden”, sondern als Anlass, über den lokalen schon vertrauten Schatten zu springen und als Anschub für Neues.


Einladung zur Projekteinreichung
Diese Ausschreibung richtet sich an Leute, die gerne in Zügen die Fenster herunterschieben, um sich den frischen Fahrtwind ins Gesicht wehen zu lassen. Die aus gewohnten Routinen aussteigen und in neue Kontexte einsteigen. Künstler*innen, die sich nicht scheuen, einen schonungslosen Blick auf die blinden Flecken der Geschichte zu werfen, nicht nur Freistädter Bier, sondern auch Budweiser trinken und im speziellen Zeitmodus, der beim Warten an Bahnhöfen aufkommt, ungeahntes Potential sehen.

Gesucht werden Kunstprojekte, die sich ortsbezogen, sozial, zugänglich und oppositionell mit der Region beschäftigen. Abseits der gewohnten künstlerischen Pfade und Orte, etwa in Gasthäusern, auf Ackerflächen, in Wäldern, Brachen und Leerständen, in Skateparks oder an virtuellen Haltestellen. 


Möglichkeiten
Das Festival der Regionen 2023 bietet die Möglichkeit der Umsetzung von kreativen Ideen mit größtmöglicher künstlerischer Freiheit. Gefördert werden Projekte mit Budgets für kleine, mittlere und größere Vorhaben aller Kunstsparten und Disziplinen: Vom Meme-Workshop im Pflegewohnheim bis zur Abschaffung von Verbrennungsmotoren. 


Ausschreibung
Die Ausschreibungsfrist beginnt am Montag, 20. Juni 2022 und endet am Dienstag, 20. August 2022. Projekte können ausschließlich online über das Webformular und in den Sprachen Deutsch, Englisch oder Tschechisch eingereicht werden. Die Ausschreibung in tschechischer Sprache findet sich hier


Regionale Einbindung
Das Festival der Regionen zählt zu den renommiertesten zeitgenössischen Kunstfestivals.
Seit 30 Jahren erkundet und erobert das Festival biennal eine Region in Oberösterreich. Neben dem programmatischen Ansatz, zeitgenössische, kritische und bisweilen subversive Kunst außerhalb der kulturellen Zentren auch in den Regionen zu ermöglichen, stehen die Stärkung und Förderung von regionalen Initiativen und die Beteiligung der Menschen vor Ort in und an künstlerischen Prozessen und Projekten im Fokus. Wobei das Festival für die Einreicher*innen gerne als Vermittler*in agiert.

Für diese Festivalausgabe möchten wir ganz besonders Initiativen, Vereine, Aktivist*innen, Künstler*innen aus der Schwerpunktregion einladen, sich mit Projektvorschlägen und Ideen einzubringen. Regionale Initiativen, die keine eigenen Projekte realisieren wollen, aber Interesse am Austausch und der Zusammenarbeit mit Künstler*innen und dem Festival haben, können sich gerne an das Festivalteam wenden.


Beteiligung aus Tschechien
Die Summerauerbahn verbindet seit 150 Jahren Oberösterreich mit Tschechien. Als Streckenabschnitt der internationalen Eisenbahnlinie von Linz, über České Budějovice nach Praha ist sie nicht nur Verkehrsmittel, sondern auch ein Symbol für grenz(en)überschreitenden Austausch.
Diese Ausschreibung richtet sich daher explizit auch an Einreicher*innen aus Tschechien. Grenzüberschreitende zeitgenössische künstlerische Projekte sind erwünscht!
Die Einreichung in Tschechisch ist möglich.


Komponenten der Einreichung

  • Kurze Zusammenfassung des Vorhabens mit Projektzielen (max. 3000 Zeichen)
  • Beschreibung des Projektes mit möglichst aussagekräftiger Visualisierung in Form von Skizzen, Fotos und / oder Plänen (Maximal 5 Seiten, Dateigröße max. 20 MB)
  • Beschreibung der räumlichen, organisatorischen und technischen Anforderungen
  • Kurzbiografie der Projektbeteiligten
  • Zeitplan für die Entwicklung und Umsetzung
  • Kalkulation / Finanzplan (Kalkulationsbeilage)
  • Kontaktdaten


Lokalaugenschein
Am Freitag, 22. Juli veranstaltet das Festival der Regionen eine Regionsbesichtigung und bietet die Möglichkeit, gemeinsam mit dem Team, Vorstand des Festivals und regionalen Vertreter*innen einen Eindruck von der Region zu gewinnen.

Details zur Erkundungsfahrt in Bus und Eisenbahn mit Tourplan und Haltestellen in Kürze auf www.fdr.at
Um Anmeldung wird gebeten: renee.chvatal@fdr.at
Die Teilnahme ist frei.

Zusätzlich zum Lokalaugenschein bieten wir für Projekteinreichende und Neugierige aus der Region die Möglichkeit zum realen und virtuellen Austausch. 
Am Freitag, 5. August, von 15:00 – 18:00 Uhr im Cafe Suchan in Freistadt und online am Donnerstag, 11. August von 18:30 – 20:00 Uhr
Nähere Informationen demnächst auf www.fdr.at


Projektauswahl
Die Entscheidung über die Auswahl der Projekte trifft, erstmals für diese Festivalausgabe, ein 5-köpfiges Programmboard. Künftig trägt das Programmboard die kuratorische Verantwortung und wird für jede Festivalausgabe neu bestellt. Mitglieder im Programmboard für die Ausgabe 2023 sind Davide Bevilacqua, Fina Esslinger, Mario Friedwagner, Marlene Hausegger und Janina Wegscheider.

Jede fristgerecht eingegangene Einreichung wird diskutiert und beurteilt. 

Bei der Auswahl der Projekte wird auf die Diversität unter den Einreichenden geachtet. Als Green Event legen wir Wert auf eine nachhaltige Produktion und die Nutzung lokaler und regionaler Ressourcen. Präsenz in der Region während des Festivals ist – soweit machbar – erwünscht. Es besteht die Möglichkeit, im Vorfeld vor Ort zu arbeiten. Das Festival der Regionen unterstützt bei der Vermittlung von Kontakten für Recherchen & Vernetzung. 


Die endgültige Projektauswahl erfolgt im September 2022.
Für den Oktober 2022 ist ein erstes Kick-Off Meeting mit den ausgewählten Projekten geplant.

Für Fragen zur Einreichung steht Renée Chvatal (Festivalorganisation) renee.chvatal@fdr.at zur Verfügung. Details zur Ausschreibung, Termine, Kontakte und laufend aktualisierte Informationen zur Region auf www.fdr.at

Allgemeines zum Festival der Regionen