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Festival der Regionen 2017 in Marchtrenk zu Ende: Positives Resümee und ein Abschied

Vergangenen Sonntag, 9. Juli ist die 13. Ausgabe des Festivals der Regionen zu Ende gegangen.10 Tage lang hatte das biennale Kunstfestival unter dem Motto „Ungebetene Gäste“ in Marchtrenk Station gemacht und ist bei Publikum, Medien und Marchtrenker BewohnerInnen auf großes Interesse gestoßen.

32 Projekte, Partizipatorische Projekte, Ausstellungen und Installationen, Performances, Konzerte, Lesungen, Filme,  Diskurs- und Diskursveranstaltungen, ein Festivalfernsehen und eine Festivalküche, unter der Mitwirkung von 200 Künstlerinnen und Künstlern, Akteurinnen und Akteuren aus 26 Ländern, darunter auch zahlreichen Beteiligten aus Marchtrenk luden zu einer lebendigen und impulsgebenden Auseinandersetzung mit dem Ort Marchtrenk und den Festivalthemen Flucht und Fliehen, Eskapieren, Fluktuieren, Mobilität und Gastfreundschaft, Ankommen und Bleiben sowie dem kulturellen Umgang damit, ein.

Besondere Höhepunkte waren die österreichische Erstaufführung von Marta Górnickas „Hymn to Love“ im Rahmen der Festival-Eröffnung, ein Exklusiv-Konzert der Indie-Rock-Band Kreisky, Simon Mayers „Sons of Sissy“ sowie die Aufführung von „Fruits of Labor“ der belgischen Performerin Miet Warlop am zweiten Festivalwochenende.

Außerordentlich gut besucht waren auch die beiden Abende des Literaturfests mit Musik im Wiesleitnerhof und in der Alten Kirche von Marchtrenk mit Lesungen von Lydia Haider, Ludwig Laher, Teresa Präauer, Anna Weidenholzer, Dominika Meindl, Angela Flam mit Nini Hüthmair, Otto Tremetzberger und Marlen Schachinger in musikalischer Begleitung von Suyang Kim (Klavier), Sabine Reiter (Violine), Johannes Peer (Trompete) sowie David Six (Klavier)

Auf großes Publikumsinteresse stießen jene Projekte, die sich intensiv mit der Geschichte des Ortes Marchtrenk beschäftigten, etwa das Installations- und Ausstellungsprojekt von Willi Dorner „ZugezogenAstrid Benzers Fotoinstallation „Was war..“ oder Katarina Matiaseks Klanginstallation „Angezählt“, mit der auch Marchtrenks Wahrzeichen, der Wasserturm bespielt wurde.

Für interessante wie humorvolle Interaktionen mit dem Festivalpublikum sorgten das von Daniela Zeilinger und Arthur Summereder kuratierte Drive Thru_ , wo man „Kunst to go“ aus dem PKW heraus genießen konnte. Unter den Drive Thru_-KünstlerInnen war übrigens auch der diesjährige Bachmannpreisträger Ferdinand Schmalz, mit einer „Take-Away- Lesung“.

Besonderen Mut erforderte das von Leonhard Müllner und Georg Ritter organisierte Projekt „Sag beim Abschied leise Servus“, wo man am zweiten Festivalwochenende aus Fenstern verschiedener Marchtrenker Privathäuser springen konnte. Eingewiesen durch einen professionellen Stuntman und abgefedert durch einen Stapel Umzugskartons, war die Nachfrage der Sprungwilligen sehr groß –  der Frauenanteil lag übrigens bei 70 Prozent!

Gut besucht auch jedes Mal die Konzerte in Götz Burys „Klingendem Haus“, wo gemeinsam mit dem Marchtrenk Chamber Arts Ensemble (unter Mitwirkung des Marchtrenker Musikvereins) ein ganzes Haus zum Klangkörper mutierte.
Für großes Publikumsinteresse sorgten auch die Staatsgründungsfeiern im Rahmen des Projektes „Gartenpolitik“ der Berliner Künstlertruppe Club Real: An drei Abenden wurde in verschiedenen Gärten über im Vorfeld mit GartenbesitzerInnen erarbeitete Gartenverfassungen abgestimmt und somit der Garten als politischer Raum eröffnet. Ebenso sehr frequentiert waren die Touren durch Marchtrenk im Rahmen des Projekts „Magic Moments in Marchtrenk“ von Fabian Faltin, Lukas Heistinger und Katie Horwich.

Für neugieriges Aufsehen sorgte auch der Stopp der KunstWanderUni in Marchtrenk, als Studierende der Klasse Raum- und Designstrategien der Kunstuniversität Linz ihren Uni-Betrieb, inklusive der Notenvergabe und der Aufnahmeprüfungen für das neue Studienjahr nach Marchtrenk verlegten. Auf einer großen Palettenkonstruktion am Stadtplatz wurden Vorlesungen abgehalten oder beim „Hausieren bis zum Sonnenuntergang“ durch die Stadt Marchtrenkerinnen und Marchtrenker um verschiedenste Dinge gebeten und performative Stadtforschung betrieben.

Besonderen Zuwachs verzeichnete das Festival der Regionen bei Buchungen für geführte Festivalrundgänge für FestivalbesucherInnen und Schulklassen. Zudem stieß auch das neu etablierte Kunst-Vermittlunsprogramm FDR-Blind Date, das einen unmittelbaren Blick auf das Festivalgeschehen ermöglichte, auf großes Interesse.

Eine Gelegenheit das Festival der Regionen 2017 Revue passieren zu lassen, bietet der Festivalkatalog, der nun über den Sommer erstellt und im kommenden Herbst präsentiert werden soll.

Abschiedsfest und Next Steps beim Festival der Regionen 

Das Abschlussfest im Festivalzentrum am vergangenen Sonntag war zugleich auch ein Fare Well für den scheidenden künstlerischen Leiter Gottfried Hattinger, der nun nach vier Festivalausgaben das Festival der Regionen verlässt.
Im September wird der Vorstand des Festivals der Regionen die neue künstlerische Leitung bekannt geben.

Das Festival der Regionen 2017 in Zahlen 

200 Festivalbeteiligte aus 26 Ländern
ca. 17.000 Besuche von 32 Festivalprojekten und
54 Veranstaltungen an
10 Festivaltagen
unzählige Begegnungen mit Festivalprojekten im öffentlichen Raum
50.200 Aufrufe von www.fdr.at ,von über 5.000 UserInnen im Festivalzeitraum
15 Stunden gestaltetes Videomaterial beim Frühfernsehen von Refugee Linz TV