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Festival der Regionen 2019 ging in der Region Perg-Strudengau vom 28.6. bis 7.7. über die Bühne

(c) Nick Mangafas / Festival der Regionen

Nach 10 Tagen voller Programmhighlights ist vergangenen Sonntag, 7. Juli 2019 die 14. Ausgabe des Festivals der Regionen zu Ende gegangen. Das biennale Kunstfestival mit dem Festivalthema „Soziale Wärme“ ist in der Region Perg-Strudengau sowohl in der monatelangen Vorbereitungsphase als auch während des Festivals bei Bewohnerinnen
und Bewohnern, Publikum und Medien auf großes Interesse gestoßen.

Partizipation großgeschrieben
176 Künstlerinnen und Künstler aus 13 Ländern, großartig unterstützt von den Bewohnerinnen und Bewohnern der Region Perg-Strudengau, präsentierten ihre Sicht auf das Thema „Soziale Wärme“. Zu sehen gab es 32 verschiedene Projekte, davon mehr als zwei Drittel partizipatorische Projekte, Touren, Installationen, Ausstellungen, Performances, Konzerte, Diskurse, Lesungen, Filme, Pop-Ups und Flash-Mobs.

Ein besonderes Anliegen des Festivals war, die unterschiedlichsten Menschen zu erreichen und einzubeziehen. Inklusion und Partizipation waren Leitprinzipien, die auch in dem solidarischen Zahlungsprinzip „Pay as you can“ Eingang fanden. Inklusion fand sowohl im Service für das Publikum als auch auf der Bühne statt. Bei den Veranstaltungen vor und während des Festivals wurde österreichische Gebärdensprachübersetzung angeboten.

Seit November 2018 fanden insgesamt 83 Workshops zahlreicher Projekte in der Region statt, an denen sich über 1100 Menschen beteiligten. Stimmen aus der Bevölkerung wie „seitdem ich durch das Festival so viele neue und herzerwärmende Menschen kennengelernt habe, fühle ich mich zum ersten Mal in den 8 Jahren in denen ich in Perg lebe, so richtig angekommen.“ und „das war der schönste Tag in meinem Leben“ geben die einzigartige Stimmung wieder, die auch schon vor dem Festival spürbar war.

Das Festival der Regionen 2019 in Zahlen 
Im Vorfeld:
83 Workshops mit über 1100 Menschen
Während des Festivals:
176 Künstlerinnen und Künstler sowie 547 Festivalbeteiligte aus 13 Ländern;
ca. 19.000 Besuche von 32 Festivalprojekten und 85 Veranstaltungen an 10 Festivaltagen; mehr als 200.000 Begegnungen mit Festivalprojekten im öffentlichen Raum

Einzigartige Atmosphäre und begeistertes Publikum
Besondere Momente und eine große Feier des musikalischen Miteinanders bot das Eröffnungskonzert „Genau!“ von Ondamarela (PT) und Tim Steiner (GB), das gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern der Region gestaltet wurde. Ein Orchester mit Chor aus 90 Menschen aus der Region hat sich in zahlreichen Proben in den Monaten vor dem Festival formiert und eine einzigartige Komposition erschaffen, die als pompöser Auftakt das große Publikum stimmungsvoll begrüßte.
Die Vergangenheit, die in der Bewusstseinsregion Mauthausen, St.Georgen und Gusen eine bedeutsame Rolle spielt, wurde in vielen Projekten gelungen aufgegriffen. Ein großartiger Erfolg war die Aufführung von “Die Gütigen” unter der Regie von Elli Papakonstantinou (GR). Vor der Kulisse der KZ-Gedenkstätte Mauthausen war die politische und soziale Aussage des Stückes über die Auswirkungen des Anstiegs von Rechtspopulismus und Rechtsradikalismus besonders eindrucksvoll.
Zivilcourage, Mut und Widerstand machte der Medienkünstler Gerald Harringer in seinem Projekt CouRage zum Thema.
Neben Projekten, die sich mit der Bewältigung der Vergangenheit beschäftigen gab es auch einige, die das Thema Gegenwart und Zukunft aufgriffen – allen voran die Wärmegreißlerei von Time’s Up, die gemeinsam mit der Bevölkerung Modelle entwickelten, wie eine Zukunft mit sozialer Wärme vorstellbar sein könnte.
Ein weiteres Highlight waren die Radperformances von „Centriphery“ – eine „RADschen-Wanderung“ mit Fahrrädern, Rollstühlen und anderen mobilen Vehikel. Centriphery ist ein EU-Partnerschaftsprojekt, kofinanziert von Creative Europe, das mit 9 verschiedenen europäischen Partnern über 3 Jahre stattfindet.
Ein krönendes Abschlusswochenende mit Musik und Tanz zwischen Tradition und Moderne und über 1000 Gästen gab es dank „Volxfest“ – ein Volkskunstball der besonderen Art unter der Leitung von Simon Mayer und Teresa Distelberger und einem Konzert von „BandAdriatica“ – einer süditalienischen Band, die derzeit als der beste Life Act Italiens gilt und ganze Städte zum Tanzen bringt. Die Musiker der Band waren begeistert von „der grandiosen Stimmung, die sonst erst mit einem Publikum von 30.000 Menschen aufkommt.“

Die Reaktionen des Publikums haben uns überwältigt. Die vielen Workshops und die längere Vorbereitungszeit vor Ort haben sich bezahlt gemacht und das Festival in der Region positiv verankert. Danke an die vielen Mitwirkenden aus der Bevölkerung. Ohne ihre Teilnahme und Begeisterung wären viele Projekte gar nicht möglich gewesen. Danke auch an alle KünstlerInnen, die sich auf das Thema und die Region mit Neugierde und Respekt wunderbar eingelassen und Projekte geschaffen haben, die sich intensiv mit der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Region beschäftigten und die Menschen der Region und andere BesucherInnen begeistert haben.
Airan Berg, künstlerische Leitung

„Das Festival der Regionen ist ein Hotspot künstlerischen Denkens und Arbeitens, verortet in einer Region, und doch grenzenlos offen für Themen, Projekte und Konzepte. Das Festival der Regionen ist Kunst pur, mit viel produktiver Reibungswärme. Kunst im Sinne des Festivals der Regionen ist immer eine Form von regionaler Kartografie und Bestandsaufnahme, die unmittelbar mit dem Leben vor Ort zu tun hat.“
Landeshauptmann Thomas Stelzer

Das neue Leitungsteam des Festivals der Regionen 2019, Airan Berg und Andrea Hummer, haben mit ihrem gesamten Team neue Impulse gesetzt. Die Einzigartigkeit des Festivals der Regionen als prägender Teil der Unverwechselbarkeit der oö Kulturlandschaft wurde in dieser Ausgabe erlebt, das Bewusstsein für zeitgenössische Kunst und Kultur in der Region gestärkt und die Vielfalt künstlerischen und kulturellen Arbeitens gezeigt.
Vorstand FdR

Die besondere Atmosphäre des Festivals war geprägt von den zahlreichen Pop-Ups und FlashMobs, die mittels ihrer Spontaneität für ausgelassene Stimmung und Begeisterung unter den Besucherinnen und Besuchern sorgten.

Auch das Festivalzentrum Kriegergut in Perg war nicht nur während der zahlreichen dort stattfindenden Veranstaltungen gut besucht. „Ein besonderer Ort mit einer besonderen Atmosphäre“, so die Aussage einer Besucherin.

Ein Ziel des Festivals war, die verschiedensten Publikumsschichten zu erreichen und so viele unterschiedliche Menschen wie möglich mit einzubeziehen.

„Ich war zugegeben zunächst sehr skeptisch eingestellt, muss aber sagen, dass ich meine Meinung nun völlig geändert habe und ab sofort immer offen für Neues sein werde und sofort mitmachen werde, wenn ich das Angebot bekomme.“ Stimmen wie diese von einem Mitglied des Männerchors, der bei „Die Gütigen“ in Mauthausen gesungen hat und sich der RADschen Wanderung von Centriphery spontan angeschlossen hat, waren immer wieder zu vernehmen.

Detaillierte Informationen zu den einzelnen Projekten unter www.fdr.at/project

Das nächste Festival der Regionen findet im Jahr 2021 statt. Thema und Ort werden in den nächsten Wochen bekanntgegeben.