Frischer Humus für die Kunst

Veröffentlicht am 14.05.2013

Von 7. bis 16. Juni erforscht und beackert das Festival der Regionen Österreichs drittälteste Stadt Eferding. Unter dem Motto „Umgraben“ wird ein dichtes und vielfältiges Programm mit 38 zeitgenössischen Kunst- und Kulturprojekten und 110 Veranstaltungen gestaltet. An die 600 Personen wirken an den Projekten mit.

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„Alle Themen, Motive und Interventionen beziehen sich dabei auf Geschichte und Geschichten, auf gesellschaftliche Verhältnisse und Strukturen der Region“, vermittelt der künstlerische Leiter des Festivals, Gottfried Hattinger eine der Hauptintentionen. Durch das Festival der Regionen  sollen ungewöhnliche Perspektiven auf das Gewohnte hervorgerufen und ein nahrhafter Boden für neue künstlerische Pflanzungen samt ihren seltsamen Gewächsen und hybriden Mutationen aufbereitet werden. Landeshauptmann und Kulturreferent Dr. Josef Pühringer: “Ich gratuliere dem Festival der Regionen zu seiner ambitionierten und hochwertigen Arbeit. Viele seiner Initiativen waren und sind wirksame Impulse für aktuelle Kunst- und Kulturarbeit in unserem Bundesland und darüber hinaus. Es freut mich besonders, dass seine Vorbildwirkung auch im zwanzigsten Jahr des Bestehens aufrecht ist.”

20 Jahre Festival der Regionen

2013 feiert das Festival der Regionen sein zwanzigjähriges Bestehen. Bisher fanden 10 Festivals mit 275 Projekten mit einigen Tausend Beteiligten und Mitwirkenden an 120 Orten in Oberösterreich statt. Zahlreiche Projekte in der Geschichte des Festivals stellten sich als beispielgebend für aktuelle Formen ortsspezifischer Kunst und Kultur, Kunst im öffentlichen Raum, Alltagskultur, Performance und partizipativer Praxis heraus. 2011 erhielt das Festival der Regionen für seine Leistungen auf dem Gebiet initiativer Kulturarbeit den oberösterreichischen Landeskulturpreis.

Umgraben: Festivaleröffnung am 7. Juni

Am ersten von zehn Tagen Festival der Regionen 2013 präsentiert das Gemüseorchester eine Neuinterpretation des „Eferdinger Marsches“ von Fridolin Dallinger. Ebenfalls am Eröffnungstag findet der Auftakt für eine kosmische Gurkeninvasion statt, die von der polnischen Gruppe Teatr Cinema mittels täglicher Performances inszeniert wird. Mit Spannung erwartet wird das Stück „Ads (Eferding)“: Auf Einladung der New York City Players werden 20 Eferdinger und Eferdingerinnen ihre persönlichen Überzeugungen öffentlich aussprechen. Durch eine spezielle Projektionstechnik treten die Protagonisten nicht persönlich auf, sondern in Form von 3-D-Projektionen.

Festivalzentrum am Stadtplatz

Im Stadtzentrum präsentiert das Festival der Regionen im Rahmen des „Feierabend“-Programms Bands und MusikerInnen aus der Umgebung. Das Festivalzentrum würdigt die ländliche Umgebung und ihre „alltäglichen Sehenswürdigkeiten“, indem Versatzstücke in Form von ausgemusterten Silos, Glashäusern oder Gemüsekisten neuen Funktionen zugeführt werden. Es ist für die Festivaldauer Rahmen für Begegnung sowie für Information und Vermittlung. Täglich werden dort im Fernsehformat auch Live-Erkundungen von Schauplätzen in der Umgebung ausgestrahlt. Ein „Running Schweinsbratl“ liefert schnelles Essen in Miniaturform.

300 Stimmen

In der Stadtpfarrkirche Eferding gelangen am 8. Juni zehn a-Cappella-Stücke von namhaften KomponistInnen zur Uraufführung, die speziell für das Festival der Regionen entstanden sind. Das fulminante Finale bildet ein „Locus iste“ mit allen beteiligten Chören.

Geschichte und Gegenwart der Region

Im Schloss Starhemberg präsentiert das Festival der Regionen eine Ausstellung mehrerer Installationen, die sich vor allem mit Geschichte und Gegenwart der Stadt beschäftigen. Die Hintergründe saisonaler Migration von ErntehelferInnen in die Region werden ebenso erforscht, wie die Leidenschaft musikalischen Schaffens dargestellt und lokale Ereignisse umgegraben werden. Die Installation „GeschichteWeg“ hinterfragt die offizielle Geschichtsschreibung und ruft Geschehnisse aus ferneren und jüngeren Zeiten in Erinnerung. Geschichten des Leerstands von Bauernhöfen finden in einem Hörspiel Aufmerksamkeit.

38 Projekte, 110 Veranstaltungen

Und weiter? Eferding wird vorübergehend eine Kunstinspektion bekommen. Ein Kubikmeter Luft wird an zehn Tagen 80 Meter zurückgesetzt. Die Schisprungschanze wird künstlerisch vertont. Eine feministische Eingreiftruppe lässt Einkochen. Der gebürtige Eferdinger Autor Helmut Neundlinger beobachtet die „festivalischen Umwälzungen“. Was nach einem dichten Programm klingt ist ein facettenreiches und genreübergreifendes künstlerisches Unterfangen in einer oberösterreichischen Kleinstadt. Das Festival der Regionen 2013 wird dank Unterstützung von KlimaKultur:KulturKlima als „Green Event“ geführt.

Beteiligte Künstler, Künstlerinnen und Gruppen

Peter Ablinger, Elfi Aichinger, Alien Productions, Peter Arlt, Miriam Bajtala, Klaus Buttinger, Christoph Cech, Collective ika, dorf tv., EF.K.K., Siegfried Fruhauf, Gemüseorchester, Margit Greinöcker, Gymnasium Dachsberg, Julius Deutschbauer, Cordula Hanisch, Christian Hasucha, Bodo Hell, Christoph Herndler, Ana Hušman, David Jagerhofer, Karl Heinz Jeron, Rudolf Jungwirth, Wolfram P. Kastner, Matthias Klos, Alexander Koller, Lisa Kortschak, Anna Katharina Laggner, Tanja Lažetić, Nelly LiPuma, Medienwerkstatt Linz, Dominika Meindl, Sigrid Meindl, Laura Mello, René Monet, Wolfgang Musil, Helmut Neundlinger, NMS Eferding Nord, New York City Players, Georg Nussbaumer, Stephan Pirker, Sabine Pollak, Bernd Preinfalk, Rabtaldirndln, Radio FRO, Nika Radić, Alfred Reitinger, Gerald Resch, Markus Roithner, Christian Scheib, Georg Schobert, Didi Sommer, Hannes Stelzhamer, Studierende der Kunstuniversität Linz Architekktur/Urbanistik, Balduin Sulzer, Karo Szmit, Teatr Cinema, Barbara Ungepflegt, Wolf Vostell, Christoph Weidinger, Erwin Wurm und viele Mitwirkende.

Das Festival der Regionen

Das Festival der Regionen ist eines der profiliertesten zeitgenössischen Kulturfestivals in Österreich. Es findet seit 1993 alle zwei Jahre an wechselnden Orten in Oberösterreich statt und hat sich seither zu einer Schwerpunktveranstaltung für aktuelle, ortsspezifische Kunst und Kultur entwickelt.